Sizilianische Städte

Noto, Siziliens barocke Stadt

Die Stadt mit vier Buchstaben liegt im Südosten der Insel auf einem Hügel und ist komplett im Stil des Barocks erbaut. Auf den Terrassen, die durch die Straßen und Treppen verbunden sind, finden sich Bürgerpaläste neben Wohnhäusern und reich verzierten Kirchen, die aus den Steinen der Umgebung gebaut wurden.

Im Jahr 2002 wurde die Stadt, die durch ihre Bauwerke auch "Garten der Steine" genannt wird, mit anderen Städten zusammen zum Weltkulturerbe ernannt.

Weiterhin ist Noto für das jährliche Flower Festival bekannt. Es findet jeweils am dritten Sonntag im Mai statt. Hierbei wird die Via Nicolaci so mit Blütenblättern ausgelegt, dass Schriftzüge und kunstvolle Designs entstehen.

Augusta, die Stadt mit deutschen Wurzeln

Die Schwaben wieder! Im Jahr 1233 wurde die Stadt an der Ostküste Siziliens durch Friedrich II. gegründet. Er stammte aus dem Adelsgeschlecht der Staufer und war ab dem Jahr 1198 "König von Sizilien". Im Jahr 1220 wurde er zum Kaiser des römisch-deutschen Reiches gekrönt. Der Grund für die Gründung war die Stärkung seines Reiches. Er gab der Stadt den Namen Augusta. Hier baute er den Hafen aus, so dass es ein wichtiger Militärhafen wurde.

Es gibt auch viele Zeugen, wie zum Beispiel Spuren aus dem Paläolithikum, dem Mesolithikum und der Jungsteinzeit, die darauf schließen lassen, dass diese Gegend schon um 1900 Jahren vor Christi bewohnt war.

Durch die seismischen Aktivitäten auf Sizilien, wo die afrikanische und die eurasischen Platte aufeinandertreffen, wurde die Stadt durch ein großes Erdbeben im Jahr 1693 total zerstört.

Catania - Eine Stadt im Schatten des Ätna

In der Stadt, die mit 7 Buchstaben geschrieben wird, sind viele antike Bauwerke, wie das Amphitheater und das römische Theater, zu finden. Diese und viele andere Gemäuer sind Zeitzeugen davon, dass die heutige Großstadt von griechischen Siedlern im 8. Jhd. v. Chr. gegründet wurde.

Da Catania am Fuße des höchsten aktiven Vulkans liegt, wird ihr Leben auch vom Ätna geprägt. So heißt eine Hauptstraße "Via Etnea", von der aus man einen Blick auf die Silhouette des Vulkans erhaschen kann. Auf der Piazza del Duomo gibt es den Elefantenbrunnen. Hier sieht man einen Elefanten, der aus schwarzer Lava geschnitzt ist. Dieser Statue wird nachgesagt, dass sie den Vulkanzorn des Ätnas besänftigen kann.

Marsala, eine Weinanbaugebiet auf Sizilien

Nicht nur das Essen auf Sizilien ist fantastisch, sondern auch die Weinbegleitung. Die westlichste Stadt der Insel gab dem berühmten Marsala-Wein seinen Namen. Einem Engländer, welcher 1773 eine Weinproduktion errichtete, ist dieser Siegeszug des Marsala-Weines zu verdanken. Die Weinfelder mit den Trauben, aus denen Rot- und Weißwein hergestellt werden kann, liegen zwischen den Städten Marsala und Trapani.

Aber nicht nur Wein wird in der Gegend angebaut, sondern es wird auch Salz gewonnen. Zwischen Trapani und Marsala liegen die größten Salinen der Insel.

Neben der Kulinarik ist auch die Geschichte beeindruckend. Die Stadt wurde 397 v. Chr. von den Karthagern gegründet. Sie erhielt zu dieser Zeit den Namen Lilybaion. Die Stadt galt als uneinnehmbar und wurde einige Male erfolglos belagert. Im Jahr 827, nachdem sie ihre Bedeutung als Festung im Weströmischen Reich verlor, fiel sie in die Hände der Araber. Hierher rührt auch der Name Marsala, welcher von dem arabischen "Marsa alla" (Hafen der Götter) abgeleitet wird.

Messina, das Tor Siziliens

Die Stadt liegt im Osten Siziliens und gibt der Meerenge "Straße von Messina" ihren Namen. Mit einem Katzensprung von 20 km ist Messina vom italienischen Festland getrennt.

Im 8. Jhd. v. Chr. gab es die ersten Besiedlungen auf diesem Landstrich. Durch die Lage der Stadt an der Meerenge ist die bewegte Vergangenheit von Messina mit vielen Eroberungen begründet. Die Eroberer hinterließen ihre Spuren, welche durch viele Brände aber auch Erdbeben fast vernichtet wurden. Es gibt aber immer noch einzelne Bauwerke, welche erhalten blieben, wie die Madonna delle Grazie aus dem 12. Jhd..

Palermo, die Hauptstadt Siziliens

Palermo liegt an einer Bucht im Norden der Insel. Schon im 8. Jhd. v. Chr. wurde hier ein Handelsstützpunkt von den Phöniziern gegründet. Viele verschiedenen Kulturen prägten die Stadt durch ihre Eroberungen. So gab es einen Mix aus Kulturen der nebeneinanderlebenden Völker, wie Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Österreicher, Italiener und Spanier.

Dieser Schmelztiegel der Kulturen wird durch viele Bauwerke am Leben erhalten. So zeugen der Normannenpalast und die Kathedrale von Palermo von diesen Zeiten.

Syrakus, die alten Hauptstadt Siziliens

Schon im 8. Jhd. v. Chr. wurde die Stadt von dorischen Siedlern gegründet. Sie wurde zur reichsten Stadt Siziliens und zählte im 5. Jhd. v. Chr. eine halbe Million Einwohner.

Eine Besonderheit von Syrakus ist ihre Altstadt Ortigia. Sie liegt auf einer kleinen Insel und ist mittels zweier kleiner Brücken mit der Stadt verbunden. Die verzweigten engen Gassen lassen von einigen Stellen einen Blick über das Meer schweifen. Auch griechische Tempel, eine normannische Festung und die barocke Kathedrale prägen die Altstadt.

Im Nordwesten von Syrakus findet sich ein archäologischer Park, in denen man viel griechische und römische Geschichte erleben kann. Besonders ist das Ohr des Dionysios. In dieser Höhle tritt eine hervorragende Akustik zu Tage.

Taormina, die Perle Siziliens

Die Stadt zählt zu den ältesten Siedlungen auf Sizilien. Das Volk der Sikuler gründete die Stadt um 1300 v. Chr. Später wurde Taormina von den Griechen und von den Römern beherrscht. Antike Bauwerke, wie das Teatro Greco, zeugen von dieser Zeit.
Wie an vielen anderen Orten Italiens, war Johann Wolfgang von Goethe auf seiner Italienreise im Jahr 1787 auch hier zu Besuch.

So alt die Bauwerke der Stadt auch sind, ist das Fortbewegungsmittel zum Strand sehr modern. Mit einer Seilbahn fährt man von der Altstadt, die 200 m über dem Meer auf einem Felsen liegt, hinunter zur Küste.