Spanische Degenarten

Was könnte gemeint sein, wenn im Kreuzworträtsel nach einem spanischen Stoßdegen gefragt wird? Nun, dafür gibt es unterschiedliche Lösungen mit mehreren Buchstaben. Eine Antwort darauf ist die Espada. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere, die wir uns jetzt zum Teil genauer anschauen wollen.

Der spanische Stoßdegen - um was könnte es sich dabei handeln?

Wenn die Frage nach einem spanischen Stoßdegen im Kreuzworträtsel aufkommt, gibt es hier eine Besonderheit. Die Antwort kann nämlich nur einen Buchstaben lang sein. Sie lautet R. Und was gibt es noch für Stoßdegen, die aus Spanien kommen? Zum Beispiel die bereits erwähnte Espada. Es ist eine Waffe, die im Stierkampf eingesetzt wird. Die Espada wird zum Töten von Stieren genutzt. Der Torero hält sie in der Hand. Der Stierkampf wird in Spanien seit Jahrhunderten traditionell durchgeführt. Er ist aber stark in der Kritik, insbesondere bei Tierschützern.

Es gibt unterschiedliche Estoques, beispielsweise den Estoque de tres canales. Dieser wird auch Espada genannt, ausführlich heißt er Espada de matar, also Degen zum Töten. Der Torero nutzt ihn beim Stierkampf. Seine Klinge ist zweischneidig und flach ausgebildet. Außerdem ist sie flexibel, die Länge liegt bei circa 90 Zentimetern. Heft und Ort verfügen über dieselbe Breite. Zudem ist der Ort scharf und spitz. Die Klinge besitzt einen dreifachen Hohlschliff, wodurch der Degen seinen Namen erhalten hat.

Das Heft der Espada sieht simpler aus. Während der Parier rund und besonders breit ist, ist der Handschutzbügel auf einfache Weise angefertigt. Auf dem Heft befindet sich Holz, zudem sind Handschutzbügel und Parier mit Stoff in der Farbe Rot eingewickelt. Auch der Knauf ist aus Holz in runder Form gefertigt. Die Espada ist etwas gebogen. Der Grund dafür liegt darin, dass so die Einstiche leichter zu tätigen sind als es bei geraden Klingen der Fall wäre. Der Torero will beim Einstechen die Hauptschlagader oder das Herz des Stieres treffen. Hierzu stehe zwei unterschiedliche Klingen zur Verfügung.

Dann gibt es in Spanien noch die Estoque de descabello. Sie sieht der Espada relativ ähnlich. Dennoch unterscheidet sie sich von ihr, und zwar wenn es um den Ort des Degens geht. Er ist breiter als die Estoque de los tres canales und besitzt außerdem einen Auflaufknebel. Er wird am Degen angebracht, damit ein bereits angeschlagener Stier nicht näher an den Torero aufschließen kann. Der Auflaufknebel ist auch Teil anderer Jagdwaffen in Europa wie etwa die Saufeder oder das Sauschwert. Wie die andere Espada liegt die Länge des Estoque de descabello bei circa 90 Zentimetern. Im Kampf wird er nicht eingesetzt. Er wurde konzipiert, um dem Tier den Todesstoß zuzufügen.

Der Estoque als spanischer Stoßdegen

Der spanische Stoßdegen Estoque kann also auch die Antwort im Kreuzworträtsel sein, wenn danach gefragt wird. In Deutschland wird er auch Panzerbrecher genannt und hat noch einige weitere Namen wie Pratspieß, Pörschwert, Peerswerte, Bohrschwert oder eben auch Estoc. Eingesetzt wird er, um eine Rüstung zu durchstoßen.

Die spätmittelalterlichen Rüstungen wurden optimiert und es gab damals schon Plattenpanzer. Daher wurden im 14. Jahrhundert auch die Degen verbessert. Der Estoque wurde entwickelt, um präzise Stiche ausführen zu können. Sie verfügen häufig über einen quadratischen Querschnitt, während die Schneide fehlt. Deshalb können sie kaum für Hiebe verwendet werden. Es gibt verschiedene Fechttechniken, die gegen Rüstungen eingesetzt werden, bei denen der Griff an der Klinge notwendig ist. Deshalb besitzen Estoques häufig weitere Griffe, die an der Klinge angebracht wurden.

Estoques wurden europaweit bis zum 16. Jahrhundert verwendet. Es ist auch möglich, dass sie als eine Art Lanze eingesetzt wurden, die von Reitern geführt wurden. Der Estoc ist diesem Degen recht ähnlich, wird aber vielmehr als normales Schwert gesehen, das meist auch nur mit einer Hand genutzt werden konnte. Die Form der Klinge lässt jedoch darauf schließen, dass es für Stiche entwickelt wurde. Es wird vermutet, dass er der Vorläufer eines Degens gewesen ist. In Polen, Ungarn und der Türkei trugen die Krieger bis zum 18. Jahrhundert sogenannte Kettenrüstungen. Daher trugen die Männer stets Panzerstecher bei sich.

Diese wurden links am Sattel befestigt und wurden in Taschen transportiert. Sie machten einen Teil der Rüstung ihrer Pferde aus. Der Panzerbrecher lässt sich in etwa mit dem Stilett vergleichen. Er verfügt jedoch über eine robuste und gerade lange Klinge. Der Querschnitt kann drei- oder viereckig sein. Seine Spitze wird gehärtet und wesentlich verstärkt, damit sie nicht abbrechen kann. In der Regel gibt es keine oder nur eine sehr kleine Parierstange. Es handelt sich eher um eine Scheibe. Der Panzerstecher wurde verwendet, um mit einem kraftvollen Stoß, der oft beidhändig durchgeführt wurde, die Panzer durchstoßen zu können und den Krieger der Gegner zu verletzten.

Am Griffende befindet sich ein Knauf, der verwendet wurde, um bei Bedarf mit Oberkörper oder mit beiden Händen weiteren Druck erzeugen zu können. Der Estoque war eine effektive Waffe, die bei professionellem Einsatz schnell tödlich wirken konnte.

Noch ein Panzerstecher - das Harnischkampfschwert

Auch die Harnischkampfschwerter wurden Panzerstecher genannt. Sie waren insbesondere für Zweikämpfe gedacht, die mit einem Harnisch ausgeführt wurden und im 15. sowie im 16. Jahrhundert eingesetzt. Sie wurden im Halbschwertgriff genutzt. Außerdem wurden sie in erster Linie nicht für das Durchstoßen von Rüstungen eingesetzt, sondern eher für das Durchstoßen der Lücken im Panzer, die an den Gelenkinnenseiten angebracht sind. Wenn dieses Vorhaben gelang, schlug der Krieger den Griff einer Lanze sofort unter seine Achsel und schob die Parierstange vor seine Brust. Damit war es ihm möglich, größten Druck nach vorne aufzubauen.

Aufgrund dessen waren diese Panzerstecher nur vorne an der Spitze scharf. Weil er oft auch zum Werfen und Hebeln der Gegner durch den Panzer genutzt wurde, wurden besonders steife Klingen genutzt, die über einen rautenförmigen Querschnitt verfügten. In der Mitte waren sie etwas schmaler, wodurch sie sich besser greifen ließen. Das Zuschlagen mit dem Degen erfolgte mit dem schwereren Ende. Hierdurch konnten auch die Gelenke und der Kopf des Gegners attackiert werden.

Wurden Knauf oder die Parierstange eingehakt, war es möglich, die gegnerischen Krieger zum Stürzen zu bringen. Damit die Schlagwirkung verstärkt werden konnte, wurde der Knauf manchmal mit Dornen ausgestattet oder die Parierstangen zugespitzt. Das erzielte optimale Effekte.