Von klein bis groß - Die spannende Welt der Hunderassen

In vielen Kreuzworträtseln und anderen Rätseln taucht immer wieder die beliebte Frage nach einer bestimmten Hunderasse auf. Als Antwort werden Hunderte von Lösungen geboten, von denen man oftmals noch nie etwas gehört hat, wenn man selbst kein Hundezüchter ist. Da gibt es etwa den Tzu, den Fox oder den Elo mit drei Buchstaben. Den Mops mit vier Buchstaben kennt man schon eher, aber was ist ein Aidi oder ein Barb? Zu den Hunderassen mit den längsten Namen gehören der Zentralasiatische Erowtscharka und der Schweizerische Niederlaufhund, doch auch hier bleiben die Vorstellungen für den Laien vage und in ein normales Kreuzworträtsel passen die beiden Hunderassen wohl auch kaum. Dass der Hund des Menschen bester Freund ist, ist hinlänglich bekannt. Aber warum gibt es überhaupt so viele verschiedene Hunderassen und haben sie alle denselben Ursprung? Beim Bernhardiner und beim Chihuahua ist das beispielsweise nur schwer vorstellbar.

Wölfe, Hunde und Haushunde

Zuerst einmal bezeichnet der Begriff Hunde eine Gattungsgruppe eher großer Raubtiere, die ihre Beute oft im Rudel hetzen. Gemeint sind damit vor allem die Arten der Gattung Canis, zu der Schakale und Wölfe gehören. Die Gattung Canis wiederum gehört zur Gruppe der Hundeartigen Canidae, zu der rund 40 Arten gehören. Zu diesen fleischfressenden Jägern gehören auch Füchse. Der Haushund Canis familiaris stammt bekanntermaßen vom wilden Wolf ab. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nicht um einen bestimmten Wolf. Im Gegenteil: der Haushund hat zahlreiche Verwandte. Zu den nahen Verwandten unserer Haushunde gehören neben dem Wolf Canis lupus auch der Rote Wolf Canis rufus, der Kojote Canis latrans sowie Schakale, Füchse und Wildhunde wie der Dingo, der Mähnenwolf, der Marderhund, der Südamerikanische Waldhund und noch einige mehr. Aus diesen entwickelten sich die Urhunderassen, aus denen wohl tatsächlich alle heute existierenden Hunderassen hervorgegangen sind. Zu den Urhunderassen gehören Schlittenhunde, Torfhunde, Aschenhunde, Lagerhunde und sogenannte Langkopfhunde. Somit ist auch schon ein wenig erklärt, warum Haushunde von so unterschiedlichem Äußeren sind und auch ganz verschiedene Charaktere, Eigenschaften und Fähigkeiten haben. Der Mensch als Züchter leistet natürlich auch noch einen erheblichen Einfluss auf die Hunderassen. Dabei kommt leider nicht nur Gutes heraus, wenn man an die sogenannten Qualzuchten denkt.

Wie der Hund zum Menschen kam

Die Domestizierung des Wolfes zum Haushund wird in manchen Quellen vor etwa 15.000 Jahren in der mittleren Steinzeit angesetzt, doch vermutlich begann sie schon früher, womöglich schon vor 30.000 Jahren. Lokalisiert werden diese Anfänge im südlichen und südwestlichen Asien und im Norden Europas. Die ältesten, sicher zu datierenden Überreste von domestizierten Hunden fand man an mittelsteinzeitlichen Fundorten in Nordeuropa und Palästina. Aus etwa derselben Zeit stammen aber auch Felsenbilder im Osten Spaniens, bei denen Hunde als Jagdhelfer dargestellt sind. Die ältesten Hofhunde im mitteleuropäischen Raum gab es aller Wahrscheinlichkeit etwa im achten Jahrtausend vor Christus. In einer steinzeitlichen Indianerhöhle im US-amerikanischen Bundesstaat Idaho wurden ebenfalls die Überreste zweier Hunde gefunden, die um 8.000 vor Christus datiert wurden. Wahrscheinlich begann die Domestizierung damit, dass Wölfe und andere Caniden durch menschliche Wohnstätten schlichen und nach Abfällen suchten. Erwachsene Tiere wurden vermutlich gejagt und getötete, Welpen aber behalten und gefüttert. An der Seite des Menschen gelangten die Tiere dann nach und nach in andere Gebiete. In einer überschaubaren Zeit verbreiteten sich domestizierte Hunde nahezu in der ganzen Welt. Grund dafür war auch ihr Anpassungsvermögen, ihre damals noch nicht sonderlich ausgeprägte Spezialisierung und ihre Intelligenz. Die Fähigkeit zur sozialen Anpassung lag den Hunden als ehemaligen Rudeltieren praktisch in den Genen. Hunde konnten einfach überall wo sie lebten gedeihen.

Der Mensch als Hundezüchter

Nicht lange nachdem der Mensch den Hund domestiziert hatte, begann er wohl auch schon Einfluss als Züchter zu nehmen. Einer der Gründe dafür mag gewesen sein, dass sich der Hund vom Wolf oder anderen wilden Verwandten deutlich unterscheiden sollte. Tiere mit besonderen Merkmalen, etwa weißem Fell, kleiner Größe oder einer besonderen Ohr- oder Schwanzform ließ man sich gezielt fortpflanzen. Auch die Nützlichkeit spielte für die Zucht eine Rolle. Man brauchte die Tiere schließlich als Helfer bei der Jagd oder als Wachhunde. Jagdhunde gab es nach und nach mit speziellen Ausrichtungen. Die frühesten Jagdhunde waren Windhunde, die ursprünglich aus dem mittleren Osten kamen. Sie wurden nach Europa importiert und neue Rassen wie beispielsweise der Irische Wolfshund daraus gezüchtet, Viel spätere Züchtungen für die Jagd waren sogenannte Schweißhunde und Apportier- und Vorsteherhunde. Auch Terrier waren ein früher Jagdhundetyp. Mit ihren kurzen Beinen und ihrem Temperament konnten sie Füchse, Kaninchen und Dachse besonders gut aufspüren. Den Namen Terrier verliehen ihnen wohl eher scherzhaft die Römer, weil solche kleinen Hunde so mächtigen Spektakel machen konnten.

Nicht nur Jagdhunde waren gefragt

Mit der zunehmenden Zivilisation des Menschen traten neben der Jagd auch andere Lebensbereiche in den Vordergrund, in denen sich Hunde nützlich machen konnten. Andere Haustiere wie Schafe und Ziegen mussten nun bewacht werden. Neben Hütehunden waren auch Wachhunde, Kriegshunde, Schlittenhunde und Lasthunde gefragt. Mit dem Menschen wurden auch Hunde immer vielseitiger und spezialisierter. Sie waren als Rettungshunde im Gebirge gefragt, konnten Menschen vorm Ertrinken retten, Alarm schlagen, Spuren verfolgen und Blinde führen. Neben der Zucht von Arbeitshunden begann vor etwa 2.000 Jahren auch die Zucht von Schoßhunden. Solche Zuchtbestrebungen gab es ganz unabhängig voneinander im Fernen Osten und in Europa. Besonders kleine Hunde waren vor allem an den Höfen des Adels beliebt. Die ganz winzigen Zuchten, wie wir sie heute zuweilen sehen, sind jedoch noch relativ neu.

Die heutigen Zuchtkategorien

Es gibt bei Hunderassen heute insgesamt sechs Zuchtkategorien, die auch bei der Anschaffung eines Hundes ins Gewicht fallen sollten. Denn ein jeder Hund sollte artgerecht leben dürfen. Zur Kategorie der Jagdhunde, die viel Auslauf benötigen, gehören so beliebte Rassen wie der Golden Retriever, der Labrador, der Cocker-Spaniel, der Weimaraner oder der Irish Setter. Basset, Beagle, Afghanischer Windhund, Irischer Wolfshund und Dackel hingegen sind trotz ihrer Unterschiede Laufhunde. Arbeitshunde sind Collie, Boxer, Schäferhund, Bernhardiner, Neufundländer und Bobtail. Terrier bilden eine eigene Zuchtkategorie. Bulldoggen, Chow-Chow, Dalmatiner, Pudel und Zwergschnauzer gehören zur Gruppe der Begleithunde. Bleibt noch die Kategorie der Kleinhunde. Zu ihr gehören Malteser und Chihuahua, Pekinese, Kleinspitz und Mops sowie Yorkshire-Terrier. Natürlich konnten hier aber längst nicht alle Hunderassen genannt werden.

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