Kroatien - Land der 1.000 Inseln

Ein häufige und beliebte Rätselfrage ist die nach einer kroatischen Adriainsel. Derer gibt es viele und wenn man danach sucht, findet man mehr als 60 Lösungen an Wörtern, die für die deutsche Zunge manchmal recht schwer auszusprechen sind. Das gilt vor allem dann, wenn es vollkommen an Vokalen fehlt, wie etwa bei der häufig gesuchten Insel Krk. Die meisten kroatischen Adriainseln haben zwischen 3 und 8 Buchstaben. Darunter sind so bekannte wie Rab, Mljet und Brac und so wohlklingende wie Madona oder Brioni. Die kroatische Insel mit den meisten Buchstaben, nämlich 12, verfügt über eine ganze Reihe von Vokalen, ganz einfach auszusprechen ist sie aber trotzdem nicht. Sie heißt Velikibrijun. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Namen eigentlich? Wenn wir einfach nur nach passenden Lösungen fürs Kreuzworträtsel suchen, werden wir es wohl nie erfahren. Wir haben mal etwas genauer hingesehen.

Trauminseln vor bizarrer Küste

Die kroatischen Adriainseln befindet sich natürlich vor der Adriaküste Kroatiens. Kroatien ist mit einer besonders lange Küste gesegnet und der gesamten Küste sind meist längliche Inseln vorgelagert. Der kroatische Küstenstreifen beginnt im Norden vor der Hafenstadt Umag. Die Küste wird nach Süden hin immer schmaler und reicht bis vor die Bucht von Kotor. Die Adriatische Meer, das als Adria bekannt ist, ist das nördliche Nebenmeer des Mittelmeers. Es erstreckt sich über eine Länge von 820 Kilometern, ist im Schnitt 160 Kilometer breit und zwischen 20 und 40 Meter tief. Die von Süden betrachtete westliche Küste und der nördlich Küstenbogen gehört zu Italien. Der östliche Küstenstreifen gehört zu mehr als der Hälfte zu Kroatien. Die kroatische Küste mit all ihren Buchten und Biegungen erstreckt sich auf über 1700 Kilometer. Mit den Inseln zusammen ist die Küste aber mehr als dreimal so lang. Das Küstengebiet ab der Höhe der Hafenstadt Zadar wird auch Dalmatinische Küste genannt, weil es Teil der historischen Region Dalmatiens ist. Diese wunderschöne, teilweise steile und zerklüftete Küste ist von bizarren Verkarstungen und Kalksteingebilden geprägt. Die kroatischen Adriainseln der Dalmatinischen Küste lassen sich in drei Inselgruppen einteilen.

Die drei Archipele der Dalmatinischen Küste

Die drei Archipele der Dalmatinischen Küste sind die am nördlichsten gelegenen Kornaten gefolgt von den Mitteldalmatinischen Inseln und von den Elafiten im Süden. Die größte Insel der weitgehend unbesiedelten Kornaten ist die 43 Kilometer lange und an der schmalsten Stelle nur etwa 1 Kilometer breite Insel Dugi otok. Sie liegt in einer Reihe mit den Inseln Kornat und Molat. Die östlich von Dugi Otok gelegen Inseln Zverinac, Rava und Iz sind wie auch Dugi Otok selbst bewohnt. Die vielen kleineren Inseln wurden in römischer Zeit abgeholzt und sind deshalb bis heute vollkommen verkarstet. Zu den mitteldalmatinischen Inseln gehören neben einer ganzen Reihe kleinerer Inseln Vis, Lastovo, Hvar, Korcula, Palagruza und die mit 40 Kilometern Länge und 12 Kilometern breite, größte dalmatinische Insel Brac. Die Inseln sind teilweise bewaldet und von schönen Ortschaften und Dörfern geprägt. Unweit von Vis befindet sich die kleine Insel Jabuka, die aus einem Vulkan hervorgegangen ist. Neben Fischerei, Wein- und Olivenanbau und weiterer Landwirtschaft leben die mitteldalmatinischen Inseln vor allem vom Tourismus. Die Elafiten liegen schließlich zwischen der südkroatischen Halbinsel Peljesac und der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Stadt Dubrovnik. Die Elefiten sind in der Mehrzahl recht klein und wie die Kornaten kaum besiedelt. Die bedeutendste Insel der Elefiten ist Mljet, die ungefähr 30 Kilometer nordwestlich von Dubrovnik liegt. Mljet wird auch die Insel des Odysseus genannt.

Die größten kroatischen Adriainseln

Die beiden größten kroatischen Adriainseln vom gesamten Küstengebiet sind Cres und Krk. Sie haben beide exakt die gleiche Größe von 405,78 Quadratkilometern. Nur unwesentlich kleiner ist Brac. Weniger als 300 Quadratkilometer Fläche haben Hvar, Pag und Korcula. Es folgt die Hauptinsel der Kornaten Dugi Otok mit einer Fläche von knapp 115 Quadratkilometern. Etwas kleiner sind mit knapp 100 Quadrtatkilometern Rab und Vis. Mit Größen zwischen 50 und 75 Quadratkilometern wären am Ende noch absteigend Losinj, Pasman, Solta und Ugljan zu nennen. Tourismus findet aber längst nicht nur auf den größten kroatischen Adriainseln statt. Auch viele kleiner bis hin zu teilweise unbewohnten Inseln sind für Besucher zugänglich und mit Ferienhäusern bebaut.

Einmalige Kultur und Landesnatur

Wer möchte, findet unter den kroatischen Adriainseln also auch ganz ruhige Eilande jenseits vom Trubel der lebendigen Küsten- und Inselort und Hafenstädte. Die kroatischen Ortschaften und Küstenstädte sind jedoch in fast allen Fällen mit ihrer pittoresken Bebauung, ihren alten Hafenanlagen und den Spuren antiker und mittelalterlicher Epochen unbedingt sehenswert. Kroatien eingeschlossen der zahlreichen Inseln vor der Adriaküste verfügt zudem über eine Reihen von wunderschönen Nationalparks mit einer einmaligen Landesnatur. So umfasst beispielsweise der schon 1960 zum Schutzgebiet erklärte Nationalpark Mljet ein Viertel der gesamten Insel und erstreckt sich auf einer Fläche von 5.400 Hektar. Überhaupt ist Mljet eine der am grünsten Inseln im gesamten Mittelmeerraum. Allerdings fielen Teile der Wälder in der Vergangenheit Waldbränden zum Opfer und haben sich nur teilweise erholt. Auf der bekannten Insel Mljet leben auch Mönchsrobben und Mungos. Erwähnenswert ist auch der im Norden Kroatiens gelegene Nationalpark Brijuni, der sich über 14 Inseln vor der historischen Küste Istriens erstreckt und etwa 12 Kilometer entfernt von der Küstenstadt Pula liegt. Seine Gesamtfläche beträgt über 7.000 Quadratkilometer. Brijuni wurde erst 1983 zum Nationalpark erklärt. Hier befand sich die vormalige Sommerresidenz des Diktators Tito. Auf den Inseln, auf denen schon die Römer siedelten und ihre Spuren hinterlassen haben, gibt es ein Hotel und geführte Bootsfahrten und Wanderungen für Tagesgäste.

Von der Küste ins Meer

Die kroatische Küste ist unglaublich vielfältig und die Inseln sind es auch. Es gibt weiße Sandstrände und grüne Küstengebiete im nördlichen Teil vor Istrien, aber auch dramatische Steilküsten mit steil aufragenden Gesteinsformationen vor allem an der etwa 400 Kilometer langen, Dalmatinischen Küste mit Ihren drei Archipelen. Hier gibt es Kliffe mit Höhen von 300 Meter und sogar Megakliffe von 1.000 Metern Höhe an der sogenannten Makarska Riviera. Die kroatischen Inseln wie auch die Küste selbst entstanden durch den Anstieg des Meeresspiegels nach den großen Eiszeiten, als das Wasser besonders langsam ins Landesinnere vordrang und urzeitliche Gebirgskämme nach und nach überflutete.

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