Von den spannenden Flüssen Perus...

Perus Flüsse sind nicht nur deshalb spannend, da sie ein gesuchtes Lösungswort vieler Kreuzworträtsel sind. Nein, es gibt einige beispiellose Besonderheiten, von der kaum einer weiß...

Ene und Ilu

Die beiden Flüsse Ene und Ilu sind weder besonders lang, noch besonders schön oder touristisch Wichtig - doch eines haben sie gemeinsam: Sie haben drei Buchstaben und haben es damit in unzählige Kreuzworträtsel geschafft, und somit einen zweifelhaften Ruhm erlangt. Dabei ist der Río Ene garnicht einmal so unwichtig: Er hat seine Wiege in den zentralperuanischen Anden in der Provinz Junín, und bildet nach der Vereinigung mit weiteren Flüssen den rechten Quellfluss Ucayali zum sagenumwobenen Amazonas.

Der Amazonas

Der Amazonas ist der bedeutendste Fluss Lateinamerikas, auf dem das kompletten Ökosystem des tropischen Regenwaldes aufbaut. Er ist bei weitem der am meisten Wasser führende Fluss der Erde - um ein sechsfaches übertrifft er jeden anderen Fluss. Den Rhein übertrumpft er um ein 70-faches. Ob der Amazonas auch der längste Fluss unserer Erde ist, oder doch vom Nil übertroffen wird, ist seit Jahrzehnten ein umstrittenes Thema - Beide Flüsse sind um die 6500 - 7000 Meter Gesamtlänge einzuordnen. Die Frage der Wasserführung dagegen ist keine Frage: Der Nil führt 2.830 m³/s und sollte den Vergleich zum Amazonas scheuen, dieser transportiert sagenhafte 209.000 m³/s! Der Amazonas führt insgesamt 20% des gesamten Süßwassers unserer Erde.

Die Quellen des Amazonas

Die Eigenschaft des grössten Flusses der Erde verdankt der Amazonas auch seinem Glück, von scheinbar unendlich vielen Quell- und Zuflüssen gespeist zu werden. Die beiden wichtigsten Quellen, ab deren Zusammenfluss der Amazonas auch seinen Namen trägt, entspringen den peruanischen Anden: Die Flüsse Ucayali und Marañón. Der Marañón hat einen spannenden Flusslauf mit unzähligen Wasserfällen und imposanten Schluchten. Damit ist er ein beliebtes Ziel für Touristen und Kayak Sportler. Zwar liegt der Hauptlauf des Amazonas letztendlich in Brasilien, doch sein wichtiger Ursprung liegt in Peru.

Das Delta

In einem gigantischen Delta mündet der Amazonas nach seiner langen Reise von West nach Ost schließlich in Brasilien in den Atlantik. Seine Strömung ist an dem Punkt so stark, dass sein Wasser 200 Kilometer weit in das Meer strömt und schon manch einen Schiffskapitän Mitten im Atlantik mit Süßwasser überrascht hat. 1500 Kilometer im Landesinneren hat der Amazonas eine breite von 10 bis 11 Kilometern - und das ist auch die Erklärung dafür, dass es keine einzige Brücke über den Amazonas gibt. Doch eine weitere Besonderheit gibt es an diesem Fluss:

Das Phänomen der Pororoca

Pororoca bedeutet in der Sprache der Ureinwohner "Wasserdonnerlärm". Beschrieben wird damit das Phänomen, dass Voll- und Neumond verursachen: Zweimal täglich werden dann riesige Wassermassen vom Ozean in die Mündung des Amazonas gedrückt. Im Februar und März führt der Amazonas jahreszeitbedingt wenig Wasser, sodass er den Wassermengen nichts entgegenzusetzen hat. Eine Flutwelle von bis zu 5 Meter Höhe entsteht, und wandert mit einer Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern flussaufwärts.

Ein Spektakel für die Surfwelt

Bis zu 800 Kilometer klettert die Flutwelle den Amazonas hinauf - und so ist es auch kaum verwunderlich, dass die Surfwelt diese Welle für sich entdeckt hat. Seit 1999 veranstaltet die Stadt São Domingos do Capim einen Dauer-Wellenreit-Wettbewerb, bei der nicht selten Surfzeiten von über 30 Minuten am Stück erreicht werden.

Rosa Delfine

Der Amazonas bildet die Heimat für über 1500 verschiedene Fischarten und ist damit auch wichtige Lebensgrundlage für mehrere vom Aussterben bedrohten Spezies. Unter ihnen befindet sich der rosafarbene Amazonasdelfin, dessen Farbe eher nach Mädchentraum als nach Realität klingt - aber es gibt ihn tatsächlich. Ebenfalls beheimatet und bedroht ist der Amazonas-Manati, die einzige im Süßwasser beheimatete Seekuh Art. Weniger sympathisch, aber dafür umso faszinierender sind die Piranhas - auch diese Leben im Amazonas. Doch die Gefahr, die von Piranhas ausgeht, wenn sie urplötzlich in großer Menge angreifen, erreicht ein einziger Fluss in Peru ganz alleine:

Der Mayantuyacu

Bevor man in diesen Fluss springt, sollte man sich lieber gründlich informieren! Im Osten Perus, wo das Volk der Asháninka beheimatet ist, entspringt der Mayantuyacu. Ein Fluss, dessen Name "Wasser und Luft" bedeutet. Wie das kommt, und warum dieser Fluss so gefährlich ist? Er führt kochend heißes Wasser und dampft dabei verlockend wie eine natürliche Thermalquelle. Doch an den meisten Stellen dieses Flusses würde man sofort verbrühen, wenn man das Bad wagen würde. Da sich in der Gegend weder Vulkane noch Geysire oder warme Quelle befinden, ist der Grund für den kochend heißen Fluss noch nicht abschließend geklärt. Bekannt ist aber wohl seine Durchschnittstemperatur: sie beträgt 86 Grad Celsius!

Der Putumayo

Ein weiterer bedeutender Fluss Perus ist der Putumayo. Mit seiner Länge von 1800 Kilometern und 8760 m³/s transportiertem Wasser übertrifft er den Rhein um ein vielfaches: Dieser führt ca. 2000 m³/s Wasser und hat eine Gesamtlänge von 1.230 Kilometern. Dennoch steht er im Schatten des großen Amazonas - dabei hat er eine andere wichtige Aufgabe: Er bildet streckenweise die Grenzen zwischen Kolumbien, Ecuador und Peru. Zusätzlich ist er gut befahrbar und ein wichtiger Transportweg für die Viehwirtschaft und den Kautschukhandel.

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